
Sie betreten eine alte Pariser Eisengießerei und die Wände verschwinden. Klimts Gold ergießt sich über den ganzen Saal — über den Boden, die Säulen, die Decke, über Ihre Hände. Musik füllt den Raum. Sie stehen nicht vor einem Gemälde, Sie sind darin. Das Gemälde hat nun die Größe eines Raumes und Sie gehen hindurch.
Das ist das Atelier des Lumières, 2018 in Paris von Culturespaces in der ehemaligen Gießerei Chemin-Vert eröffnet. Seine erste Ausstellung war Gustav Klimt gewidmet. Das Format heißt AMIEX® — Art & Music Immersive Experience — und beruht auf einer einfachen, aber radikalen Idee: Nimm ein Meisterwerk und vergrößere es, bis es ein Raum wird.
Die Erfahrung ist totale Immersion. Die Projektion bedeckt nicht eine Wand, sondern alle Flächen zugleich — der Besucher steht inmitten eines bewegten Gemäldes, das sich um ihn und unter ihm ausdehnt. Klimts Muster bewegen sich im Rhythmus der Musik; ein Motiv geht in ein anderes über; der Raum atmet.
Keine Erklärung, keine Etiketten, keine Chronologie auf einer Tafel. Es ist ein emotionaler, fast körperlicher Kontakt mit der Kunst, den eine flache Reproduktion nicht geben kann. Der Besucher „besucht keine Ausstellung", sondern verbringt 30 Minuten in der Welt des Künstlers.

Der Maßstab ist groß. Nach öffentlich verfügbaren Angaben treiben rund 140 Barco-Videoprojektoren den Raum an, die zusammen alle Wände, Boden und Decke zu einer nahtlosen Fläche bedecken. Den Inhalt synchronisiert ein System von Medienservern — rund 35 Modulo-Kinetic-Einheiten —, das dafür sorgt, dass die Projektion über die riesige, unregelmäßige Geometrie des Industrieraums ohne sichtbare Nähte landet.
Entscheidend: Der Raum wurde nicht dafür gebaut. Es war eine Gießerei — ein roher, steinerner, industrieller Körper mit hohen Wänden und harten Oberflächen. Genau diese Rohheit ist der Vorteil: große, ununterbrochene Wandflächen sind eine natürliche Leinwand. Culturespaces baute keinen weißen Würfel; es nahm einen bestehenden Steinraum und machte ihn zum Projektionssaal.
Der Effekt beruht auf drei Dingen. Erstens, der Maßstab ändert das Verhältnis: Wenn das Gemälde größer wird als Sie, sind Sie kein Betrachter mehr, sondern ein Teilnehmer. Zweitens, Musik bindet Emotion: Klang und Bild wirken zusammen stärker als jedes für sich. Drittens, der Raum ist Teil des Werks: rohe Steinwände sind kein Hindernis, sie sind ein Mitspieler.
Hier eine direkte Verbindung, die nicht zu übersehen ist. Das Atelier des Lumières funktionierte, weil eine Steingießerei ein idealer Raum ist — hohe Wände, große Flächen, rohes Material. Slowenische und kroatische Schlösser haben genau das. Steinsäle, die heute oft leer stehen, sind von Natur aus dasselbe, was Culturespaces in Paris finden und anpassen musste.
Sie brauchen keine 140 Projektoren. Das ist die Marktspitze für riesige Industrievolumen. Ein Schlosssaal ist kleiner und wird oft von einigen Laserprojektoren mit einem Medienserver für Projection Mapping abgedeckt. Der Inhalt kann eine einzige lokale Geschichte sein — ein verblasstes Fresko an der Wand wiederbeleben; ein historisches Ereignis dieses Schlosses über den Saal ergießen. Ein leerer Steinraum wird zu einem Grund für einen Besuch, ohne etwas zu bauen.
Und: Der Europäische Rechtsakt zur Barrierefreiheit (EAA) gilt seit Juni 2025. Eine immersive Projektion muss eine Alternative bieten — eine Sitzmöglichkeit, eine Audiodeskription des Ablaufs, einen klar markierten Ein- und Ausgang, einen Hinweis auf starke Lichteffekte.

Brauchen wir 140 Projektoren? Nein. Das ist der Maßstab für eine Pariser Gießerei. Ein Schlosssaal wird oft von einigen Laserprojektoren mit einem Medienserver abgedeckt; die genaue Zahl bestimmt die Raumvermessung.
Funktioniert es auf rohen Steinwänden? Ja — und das ist genau der Vorteil. Große, ununterbrochene Steinflächen sind eine natürliche Leinwand; Projection Mapping passt sich der unregelmäßigen Geometrie an.
Welchen Inhalt projizieren wir? Eine lokale Geschichte wirkt am stärksten — ein verblasstes Fresko, ein historisches Ereignis, eine mit diesem Schloss verbundene Person — kein generisches Bilderkarussell.
Wie viele Sprachen für Begleitinhalte? Standardmäßig Slowenisch, Englisch, Deutsch, Italienisch und Kroatisch, mit KI-Sprachsynthese.
Diese Studie ist Teil des Museums-KI-Playbooks — 8 digitale Erlebnismuster, die funktionieren.
Haben Sie einen leeren Steinsaal? Das ist genau der Raum, den das Atelier des Lumières belegt. Schreiben Sie an klemen.furlan@hopguides.art.